4. Mai 2024

Glaubenssätze auflösen: So gelingt dir das mithilfe deines Nervensystems

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Negative und blockierende Glaubenssätze auflösen, indem du einfach nur an deinem Mindset arbeitest?
So viele Menschen – vor allem Coaches – sprechen heutzutage jedenfalls davon. 

Ich stimme dieser Aussage nur oberflächlich zu.
Aus meiner Sicht ist es tatsächlich so, dass dein Denken beeinflussen kann, was für dich im Leben möglich ist. 
Was bei dieser Betrachtungsweise aber viel zu kurz kommt, ist die Frage: Wie oder warum entstehen Glaubenssätze denn eigentlich?
Hier spielt, wie so oft, dein Nervensystem eine große Rolle. 

In diesem Artikel beleuchte ich daher, was Glaubenssätze sind, wie sie entstehen und wie du sie auflösen kannst.     

Definition: Was sind Glaubenssätze überhaupt?

Glaubenssätze sind Annahmen, innere Überzeugungen und oft auch Verallgemeinerungen. Sie beeinflussen, wie du die Welt um dich herum und dich selbst wahrnimmst und bewertest.
Du kannst positive und negative Glaubenssätze in dir tragen. 

Wenn du davon überzeugt bist, dass das Leben leicht ist und du alles schaffen kannst, traust du dir viel mehr zu und stellst dich mutig neuen Aufgaben.
Auch wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, drehst du so lange an den Stellschrauben, bis es klappt.
Positive Glaubenssätze können also förderlich für dich sein. 

Gehst du aber davon aus, dass egal was du machst, sowieso nicht klappt, lässt du es womöglich beim ersten Misserfolg bleiben.
Oder schlimmer: Du probierst es erst gar nicht. Dann verhindern deine negativen Glaubenssätze, dass du deine Ziele erreichst. 

Glaubenssätze, die du so oder so ähnlich bestimmt schon einmal gehört hast: 

Beispiele für positive Glaubenssätze

  • Es ist gut für mich, Erfolg zu haben.
  • Ich darf andere um Hilfe bitten.
  • Ich bin ein wertvoller Mensch und hab es verdient, geliebt zu werden.
  • Ich darf (viel) Geld mit meinem Business verdienen.   

Beispiele für negative Glaubenssätze

  • Ich schaff das sowieso nicht. 
  • Ich kann niemandem trauen. 
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich darf keine Fehler machen.



Was hat dein Nervensystem mit dem Entstehen von Glaubenssätzen zu tun?

Warum brennen sich manche Gedanken bei dir ein und manche nicht? 

Dein Nervensystem kannst du dir als einen Raum mit zwei Türen vorstellen und dahinter liegen wiederum zwei verschiedene Räume. 

In dem einen Zimmer befinden sich förderliche Verhaltensweisen und Gedanken (wie ganz viel Sicherheit, Selbstliebe und Vertrauen).
Der andere Raum beinhaltet Verhaltensweisen, die eher dem  Kampf- oder Flucht Modus entsprechen. Zum Beispiel: Du siehst überall Gefahr, schiebst Dinge vor dir her oder unterdrückst deine Emotionen. 

Beide Türen sind erst einmal abgeschlossen. Wie bekommst du jetzt Zugang dazu?  

Wenn dein autonomes Nervensystem in einem bestimmten Zustand ist, wirkt das wie der Schlüssel für den entsprechenden Raum.
Ist dein Nervensystem entspannt und du fühlst dich in Sicherheit, bekommst du Zugang zum Raum mit den förderlichen Verhaltensweisen und dem positiven Mindset über dich und die Welt.
Ist dein Nervensystem hingegen dysreguliert und du fühlst dich unsicher, öffnet sich dir Tür für das Zimmer mit den negativen und blockierenden Verhaltensweisen.

Prinzipiell trägst du sowohl die positiven als auch die negativen Gedanken in dir. Aber je nachdem, in welchem Zustand dein Nervensystem grad ist, aktiviert es im Gehirn und in sämtlichen neuronalen Schaltkreisen eher die einen oder die anderen. Das heißt: Dein Mindset, deine Gedanken und Glaubenssätze sind vom Zustand deines Nervensystems abhängig.

 

Wie entstehen negative Glaubenssätze?

Ist dein Nervensystem über einen längeren Zeitraum in dem eher angstvollen Raum, verfestigt sich das in den neuronalen Schaltkreisen.
Nach und nach wird der Zugang zu diesem Gefahrenzimmer immer leichter.
Und bist du erst einmal daran gewöhnt, dort zu sein, wird der Zugang zu dem Raum voller Sicherheit immer schwieriger.

Was dann noch dazu kommt, deine Glaubenssätze weiter zu verhärten?  

Im Gehirn gibt es eine Struktur: Das retikuläre Aktivierungssystem.
Es filtert alle Eindrücke und entscheidet, welche Sinnesreize in dein Bewusstsein kommen.
Das bedeutet, du nimmst alles auf, aber in dein Bewusstsein kommt nur ein minimaler Bruchteil davon. Dieser entscheidet dann darüber, wie du die Welt siehst.

Das retikuläre Aktivierungssystem funktioniert so, dass es alles rausfiltert, was nicht zu deiner momentanen inneren Wahrheit passt.
Sitzt du in dem Stresszimmer, ist das deine gefühlte Realität. Der Filter sucht sich aus allen Eindrücken die, die zu diesem Gefahrenempfinden passen. Alle anderen schiebt er direkt in dein Unterbewusstsein. 

Das Nervensystem ist also der Ursprung, welche Art von Gedanken du hast und was sich im Gehirn verfestigt.
So entstehen Glaubenssätze aus der Nervensystem-Perspektive.



Wie kannst du Glaubenssätze auflösen und wie kann dich dein Nervensystem dabei unterstützen?

Jetzt weißt du, dass es mit dem Zustand deines Nervensystems zusammenhängt, ob gewisse Glaubenssätze existieren können. Wenn du diesen Zustand änderst, führt das automatisch über den besagten Filter im Gehirn zu anderen Glaubenssätzen. 

Deshalb bin ich auch kein Fan der Mindset- oder Positive-Affirmationen-Bewegung. Denn stell dir vor: Du sitzt im Gefahrenzimmer und in deinem Körper und Nervensystem fühlst du dich ängstlich, unsicher und bist gestresst.
Und dann erzählst du dir selbst: „Ich bin total entspannt und im Reinen mit mir.“ 

Dein Körper weiß, das ist gelogen!

Je größer diese Diskrepanz ist zwischen dem, was du tatsächlich fühlst, und der positiven Affirmation, desto mehr stresst du dein Nervensystem noch zusätzlich und desto schwieriger wird es, aus dem Raum zu kommen, in dem du eigentlich gar nicht sein willst. 

Aber wie kannst du nun hinderliche und blockierende Glaubenssätze auflösen?
Mit etwas, das ich Neuro-Mindset nenne.

Positiv zu denken, finde ich total sinnvoll... aber nur, wenn’s auch tatsächlich deiner gefühlten Realität entspricht.
Dann führen positive Gedanken durchaus auch zu besseren Ergebnissen.

Wenn du an deinem Neuro-Mindset arbeiten willst, bedeutet das nichts anderes, als dein Nervensystem zu regulieren.
Dann kommen das positive Mindset bzw. die förderlichen Glaubenssätze quasi von allein.
Durch gezielte Übungen kannst du den Stress loslassen, lässt unterdrückte Emotionen kommen, schaust sie dir an, so dass du sie integrieren und erkennen kannst, dass auch die Teile zu dir gehören, die du bisher vielleicht lieber verstecken wolltest. Dein Nervensystem spürt, du bist sicher und musst dich nicht verbiegen.
So löst du Glaubenssätze auf und bringst deinem autonomen Nervensystem bei, den Schlüssel zu dem Sicherheitszimmer zu finden.  


Fazit: Lös blockierende Glaubenssätze auf, um entspannter durchs Leben zu gehen

Glaubenssätze steuern, wie du in die Welt rausgehst. Sie lenken worauf du dich fokussierst und wie du handelst. Und damit natürlich auch, welche Ergebnisse für dich möglich sind. Das kann sich positiv oder eben negativ für dich auswirken. 

Lass deine alten Glaubenssätze daher los, wenn du merkst, dass sie nicht mehr gut für dich sind.

 
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