15. Juni 2024

Finger weg von Mindset-Arbeit! Warum Körperarbeit sinnvoller ist

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Affirmationen, Mindset-Tools, Positive Thinking, Gedankenkontrolle, Manifestieren und ähnliche Techniken liegen voll im Trend. 

Der Glaube, dass das richtige Mindset und alles, was sich im Kopf abspielt, das Wichtigste ist, um erfolgreich zu sein, ist weit verbreitet.

Wenn du deinen Körper aber nicht mit in Veränderungsprozesse einbeziehst, ist es häufig so, dass du ganz schnell wieder in alte Gewohnheiten zurückfällst.

Hier erfährst du, warum das so ist und was du stattdessen tun kannst, um wirklich nachhaltige und tiefgründige Transformationsprozesse zu erreichen.

Warum Veränderungen über reine Mindset-Arbeit so schwierig sind

Kennst du das vielleicht von dir? Du willst etwas verändern und in deinem Kopf weißt du ganz genau, was als nächstes zu tun ist.
Aber irgendwie funktioniert dann doch alles nicht so, wie du es dir mit deinem Verstand ausgemalt hast?
Du willst mehr entspannen, aber dein Körper kann einfach nicht runterfahren.
Du willst mehr Grenzen setzen, aber jedes mal, wenn der Moment kommt, sagst du doch wieder ja.

Woran liegt das?

Ganz einfach… dein Körper, oder noch genauer, dein autonomes Nervensystem gibt den Takt vor.
In deinem Nervensystem wird deine Identität gespeichert.
Wenn du immer das liebe, nette Mädchen warst, wird es unglaublich schwierig sein, plötzlich allen Leuten mal so richtig die Meinung zu sagen.
Wenn du immer zu allem Ja und Amen gesagt hast, wird dein Körper dich nicht plötzlich "Nein!" sagen lassen.

Das liegt daran, dass dein autonomes Nervensystem dein Sicherheitssystem ist. Es speichert die Verhaltensweisen ab, die dich früher beschützt haben.
Deshalb lässt es dich nicht so einfach von heute auf morgen dein komplettes Denken und Handeln verändern, nur weil du das mit deinem Verstand beschlossen hast.

Denn jede Veränderung bedeutet für dein Nervensystem Unbekanntes und Unbekanntes bedeutet Gefahr.

Wenn du also den Wunsch nach einer Veränderung in deinem Leben hast und dich auf Mindset-Arbeit fokussierst, wirst du keine nachhaltigen Transformationsprozesse in Gang setzen.

Warum das so ist, wird auch in folgender Metapher nochmal deutlich:

Wie würdest du dich verhalten, wenn aus dem Wasserhahn in deiner Küche plötzlich giftiges Wasser kommt, obwohl du weißt, dass am Beginn der Leitung reines Quellwasser fließt?

Würdest du einen Schadstofffilter einsetzen, um die giftigen Stoffe herauszufiltern oder eher nach der Ursache - in diesem Fall wahrscheinlich eine verschmutzte Leitung - suchen und diese reinigen?
Nachhaltiger ist auf jeden Fall die zweite Variante.
Denn, wenn du immer wieder nur einen Filter einsetzt, wird das Problem nie wirklich aufgelöst.

Dein Nervensystem ist in der Metapher das Leistungssystem, durch das eingehende Sinnesreize zuerst fließen, bevor sie in deinem Bewusstsein oder Verstand ankommen.

Das bedeutet:

Der Zustand deines autonomen Nervensystems hat einen Einfluss darauf, wie die Sinnesreize in deinem Bewusstsein ankommen.
Ist dein Nervensystem in Balance und reguliert, kommen die Sinnesreize anders in deinem Bewusstsein an, als wenn dein Nervensystem gestresst und dysreguliert ist.
Das heißt, dein Nervensystem beeinflusst, wie du denkst, fühlst und handelst.

Arbeitest du also immer nur über den Verstand, ist es so, als würdest du im oben genannten Beispiel immer wieder einen neuen Wasserfilter einsetzen, anstatt das Problem dauerhaft da zu beheben, wo es entstanden ist.



Die 5 wichtigsten Gründe, warum du mehr Wert auf die Arbeit mit dem Körper legen solltest

Anhand der Metapher mit der Wasserleitung wurde deutlich, warum es so sinnvoll ist, an der Quelle (dem Körper) anzusetzen, wenn du nachhaltige Veränderungen erreichen willst. 

Um das nochmal zu verdeutlichen, habe ich hier die 5 wichtigsten Gründe dafür zusammengefasst, warum es so wichtig ist, den Körper in Veränderungsprozesse miteinzubeziehen:


1. Traumata und Erinnerungen sind in deinem Nervensystem gespeichert:

Dein Körper bzw. dein autonome Nervensystem erinnert sich an all die Sachen, die dein Kopf verdrängt hat. Alles, was du unterdrückst, wird durch deinen Körper ausgedrückt. Und diese Traumata, Gefühle und Erinnerungen schwappen immer wieder in deine jetzige Realität über. Ohne, dass du verstehst, woher sie kommen.


2. Dein Körper spricht eine deutlichere Sprache als dein Kopf:

Du kannst den ganzen Tag über Symptome und Probleme sprechen. Sie versuchen, rational zu begründen und zu verstehen. Aber nichts davon wird etwas verändern.
Der Körper spricht über Empfindungen, Symptome, Bewegung, Atmung und Gefühle. Wenn du viel im Kopf bist, kommt es ganz häufig vor, dass du die Signale deines Körpers leider übersiehst.


3. Dein Körper und dein Gehirn kommunizieren die ganze Zeit:

Es gibt unzählige neuronale Verbindungen, die vom Körper zum Gehirn und vom Gehirn zum Körper führen. 80 % gehen vom Körper zum Gehirn und nur 20 % in die andere Richtung. Was im Körper vor sich geht, beeinflusst deine Gedanken und dein Handeln also enorm.


4. Dein Gehirn hat einen eingebauten “Bullshit-Detektor”:

Es ist so schwierig, einfach positiv zu denken, wenn dein Körper noch in einem ganz anderen Zustand ist.
Du schadest dir eher selbst, wenn du deine wahren Gefühle verleugnest und sie versuchst, mit positiven Gefühlen wegzureden. 

Das liegt daran, dass dein Gehirn einen eingebauten Bullshit-Detektor hat, den sogenannten Anterioren Cingulären Cortex (ACC). Das ist eine Struktur im Gehirn, die Widersprüche zwischen dem, was du denkst (oder denken willst) und dem, was du tatsächlich fühlst, aufdeckt.
Wenn solche Widersprüche entdeckt werden, gibt der ACC eine Gefahrenmeldung an dein autonomes Nervensystem. Als Folge schüttet dieses Stresshormone aus, was eher zu negativen, anstatt positiven Denkmustern führt.


5. Dein Körper will dich beschützen: 

Dein Nervensystem will dich nicht sabotieren, sondern vor Gefahr schützen.
Um aus dem Zustand des Selbstschutzes und Überlebensmodus zu kommen, ist es unglaublich wichtig, dass du deinem Körper zeigst, dass er sicher ist. Das funktioniert am besten über die Regulation des autonomen Nervensystems.



Was es wirklich braucht, um nachhaltig und effektiv etwas zu verändern

Was ist jetzt also der Schlüssel, um wirklich tiefgründige und langanhaltende Veränderungen zu erreichen?

Ganz klar:

Ein Gefühl der Sicherheit in deinen Körper zu bringen.

Und das funktioniert nicht über Mindset-Arbeit, sondern nur über ein reguliertes Nervensystem.
Denn nur ein reguliertes Nervensystem (bzw. ein Nervensystem, das sich sicher fühlt) ist wirklich in der Lage, Neues zu lernen und dauerhaft und tiefgreifend etwas zu verändern.
Fehlt diese Sicherheit, haben der Kampf oder die Flucht vor der Gefahr immer Vorrang und du sabotierst deine eigenen Ziele.

Aber wie funktioniert das genau?

Der Weg zur Sicherheit führt über das Nervensystem und vor allem darüber, Gefühle zuzulassen.

Und das gelingt nur, wenn du wirklich in deinen Körper hineinspürst und alles zulässt, was hochkommen will. So vermittelst du deinem Nervensystem, dass es okay ist, gewisse Gefühle zu fühlen und am Ende keine echte Gefahr besteht.



4 Schritte, die dir dabei helfen, Sicherheit ins Nervensystem zu bringen

Damit du wieder ins Spüren kommst, um Sicherheit in dein autonomes Nervensystem zu bringen, habe ich das SEIN-Modell entwickelt. SEIN ist ein Akronym und steht für vier Schritte, die es braucht, um dein Nervensystem aus dem Alarmmodus zurück in das Gefühl von Sicherheit zu bringen.

Dabei geht es darum, alle Gefühle zuzulassen und bewusst wahrzunehmen, ohne zu bewerten. 

Das SEIN-Modell sieht wie folgt aus: 

SEIN-Modell



Fazit

Reine Mindset-Arbeit funktioniert nicht, weil dein Körper eine große Rolle in Veränderungsprozessen spielt. Integrierst du den Körper bzw. das autonome Nervensystem nicht in Veränderungsprozesse, kommt es häufig vor, dass alte Gewohnheiten ganz schnell wieder überhand gewinnen und sich Veränderungen mühselig anfühlen.
Aber das muss nicht so sein. 

Beziehst du die Arbeit mit dem Körper und vor allem mit dem autonomen Nervensystem mit ein, kann Veränderung unglaublich einfach, tiefgründig und nachhaltig sein.

Denn nur, wenn dein autonomes Nervensystem reguliert ist und versteht, dass du in Sicherheit bist, kann es sich auf Neues einlassen und gibt gleichzeitig das Potential frei, immer mehr dein authentisches Selbst zu leben, was die Grundlage für ein erfülltes und glückliches Leben ist.

Und wenn du wirklich tiefgründig in die Arbeit mit dem Nervensystem einsteigen möchtest, kannst du dir hier mein kostenloses 3-teiliges Video-Training Die Neurobiologie echter Transformation anschauen.

 
Wenn du noch mehr dazu erfahren möchtest, warum reine Mindset-Arbeit auf Dauer nicht funktioniert, hör dir gern auch folgende Podcast-Episoden an:

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Die Neurobiologie echter Transformation

Erfahre, warum das Nervensystem der Schlüssel für nachhaltige Veränderung ist und wie du mit 4 simplen Schritten damit arbeiten kannst.