Viele von uns treffen Entscheidungen vor allem im Kopf. Wir wägen ab, vergleichen Möglichkeiten und suchen nach Argumenten, die sich richtig anfühlen sollen. Gleichzeitig senden unsere Körper fortlaufend Signale in Form von inneren Impulsen, die sich als Weite, Enge, Ruhe oder Widerstand zeigen. Wenn wir diese Impulse wahrnehmen, verändert sich die Art, wie wir Entscheidungen treffen und wie wir im Leben Orientierung finden: Wir vertrauen wieder mehr auf das, was sich im Körper richtig anfühlt als auf das, was der Verstand für richtig hält.
Im ersten Teil von Verbundensein statt Vorsätze ging es bereits darum, den Januar dieses Jahr nicht einfach mit neuen Zielen zu füllen und stattdessen die Frage, wie wir uns fühlen wollen, in den Mittelpunkt zu rücken und uns selbst wieder mehr zu spüren. In diesem Teil gehen wir noch einen Schritt weiter. Denn wenn wir wissen, wie wir uns fühlen wollen, können wir anfangen, Entscheidungen wieder mehr aus dem Kontakt mit uns selbst zu treffen und den Impulsen, die unser Körper uns sendet, wieder mehr zu vertrauen.
Der Ausschnitt aus meinem Buch Kein neues Ich, den ich hier mit dir teile, geht genau auf diese Körpersignale ein. Er greift das Bild einer Schnitzeljagd auf und beschreibt, wie innere Impulse uns führen können, auch wenn wir den Weg noch nicht kennen. Als Einladung, den eigenen Körper wieder als Kompass zu entdecken und ihm Schritt für Schritt zu vertrauen.
Aus dem Kapitel "Wenn aus Verbindung zu uns Hingabe ans Leben wird"
Vielleicht hast du als Kind einmal an einer Schnitzeljagd teilgenommen. Erinnerst du dich noch daran, wie aufregend es war, wenn du einen Hinweis nach dem anderen gefunden hast, ohne zu wissen, wohin die Reise führt und welcher Schatz am Ende auf dich wartet? Es gab immer nur den einen kleinen Zettel oder vielleicht auch eine Kreidezeichnung auf dem Boden oder an den Wänden. Ein rätselhafter Hinweis darauf, in welche Richtung oder an welchen Ort du als Nächstes gehen sollst. Sobald du angekommen warst, musstest du dich erneut erst einmal umsehen, bevor es wieder einen neuen Hinweis zu entdecken gab und du den nächsten Schritt machen konntest. Dann ein nächster Schritt. Und ein nächster. Nie hattest du die gesamte Karte und nie kanntest du das Ziel. Nur den nächsten vagen Hinweis.
Genau so fühlt sich das Leben manchmal an, wenn wir beginnen, ihm wirklich zu begegnen. Es gibt keinen vollständigen Plan und keine Garantie, wie es weitergeht. Was wir bekommen, sind innere Signale, die oft leiser sind als alles, was im Außen auf uns einströmt. Ein Gefühl, ein Impuls oder eine Ahnung, oft genauso rätselhaft wie die Hinweise der Schnitzeljagd. Und je verbundener wir mit uns selbst sind, desto deutlicher spüren wir sie.
Trotzdem zögern wir häufig, weil wir den ganzen Weg noch nicht sehen. Wir wissen nicht, wohin er uns führt. Und während wir noch an einer Station in unserem Leben stehen, versuchen wir schon, die nächsten Hinweise zu verstehen.
Wir hoffen darauf, im Voraus Gewissheit oder Stabilität zu finden und vergessen dabei, dass sich der nächste Schritt, genau wie bei der Schnitzeljagd, erst dann zeigt, wenn wir den jetzigen wirklich gehen.
Um diesen inneren Hinweisen folgen zu können, müssen wir mit uns verbunden sein. Diese Verbindung muss nicht perfekt sein, aber präsent genug, sodass wir die leisen Regungen überhaupt wahrnehmen können, denn ohne Verbindung verlieren wir den Zugang zu ihnen. Dann sind wir im Kopf, analysieren, grübeln, suchen Sicherheit im Denken. Sobald wir uns wieder spüren, taucht der nächste Hinweis auf. Vielleicht spüren wir ein sanftes inneres Ziehen, das nicht logisch sein muss, um wahr zu sein. Etwas in uns weiß dann, wo es hingehen möchte, auch wenn der Kopf den Grund noch nicht kennt.
Moment mit dir
Inneren Impulsen folgen
Dein Körper kennt den Weg. Er zeigt ihn dir nicht über Gedanken, sondern über Empfindung, über das feine Gespür, dafür, was sich stimmig anfühlt und was nicht. Vielleicht magst du dir heute erlauben, ihm zuzuhören, leise, unaufgeregt, in kleinen Momenten und alltäglichen Entscheidungen.
Erforsche zunächst, wie sich ein inneres Ja von einem inneren Nein unterscheidet.
Je öfter du diese feinen Unterschiede wahrnimmst, desto vertrauter werden sie und du beginnst, die Sprache deines Körpers besser zu verstehen.
Das kannst du im Alltag üben, in Momenten, in denen es scheinbar keine Rolle spielt. Etwa im Supermarkt: Tomaten oder Paprika? Oder morgens bei der Kleiderwahl. Gerade in solchen scheinbar unwichtigen Situationen kannst du üben, die Signale deines Körpers wahrzunehmen, bevor der Kopf eingreift. Denn dort lernst du, wie sich stimmig und unstimmig wirklich anfühlen.
Achte besonders auf die ersten, oft flüchtigen Regungen. Gerade diese ersten kurzen Impulse sind meist die ehrlichsten. Sie brauchen keine Analyse, nur deine Aufmerksamkeit. Und vielleicht kannst du beginnen, genau diesen Impulsen ein Stück mehr zu trauen, auch wenn der Kopf sie nicht sofort versteht.
Es geht nicht darum, »richtig« zu wählen, sondern dich kennenzulernen und Impulse deines Körpers besser verstehen zu können. Und mit der Zeit entsteht Vertrauen. Du beginnst zu spüren, dass die gleichen leisen Impulse, die dich durch alltägliche Entscheidungen führen, dich auch durch die großen Wendepunkte deines Lebens tragen können. Dein Körper weiß, wann es Zeit ist zu gehen, zu bleiben oder innezuhalten und zeigt dir Schritt für Schritt deinen authentischen Weg.
Vielleicht magst du dir in den nächsten Tagen ein paar Minuten Zeit dafür nehmen. Diese Praxis wirkt oft leise und klar zugleich und öffnet einen Raum, in dem du dich selbst besser hören kannst.
Wenn dieser Ausschnitt etwas in dir bewegt hat, kannst du mein Buch "Kein neues Ich" schon jetzt vorbestellen.
Jede Vorbestellung bedeutet mir sehr viel und hilft gleichzeitig, dass das Buch Menschen erreicht, die genau diese Art von innerem Weg gerade suchen.
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Mit NeuroEmbodiment zurück zu dir
Wie du zur Ruhe kommen und wieder mehr zu dir selbst finden kannst, statt nur im Autopilot zu funktionieren



