Wann ist ein Mann ein Mann?
Gastbeitrag von Stella K.

Wann ist ein Mann ein Mann
24. August 2018

Wie oft reden wir mit unseren Freundinnen über die Spezies Mann?

Wir reden über das, was wir wollen und was wir nicht wollen. Wir reden über, was er kann und was schon wieder nicht. Was er sagt oder nicht sagt. Ob er männlich genug ist und manchmal, nein sogar oft, finden wir ihn süss…

Aber hat sich frau ernsthaft schon mal darüber Gedanken gemacht was ein Mann braucht um in ihren Augen wirklich ein Mann zu sein?


Ich will keine Beziehung. Nein im Moment nicht. Ehrlich!... 

Und trotzdem habe ja auch ich Bedürfnisse. Sex natürlich nicht ausgeschlossen... Aber da wären auch nette Gespräche, lecker Essen gehen, einen Drink nehmen, Ausflüge, flirten. 

All dies tut ja trotzdem gut. Oder?


Also springe ich das erste Mal in meinem Leben in dieses unbekannte Gewässer und bin offen und neugierig auf das, was mir geboten wird.

 

Meine Regel: Sei genauso wie du immer bist!
Aber was heisst das eigentlich?

Bestelle im Restaurant ein GROSSES Eis zum Nachtisch?! Sei höflich, aber ehrlich?! Und manchmal frech, wenn dir danach ist?! Zieh an, was du willst und mach dich für dich selbst hübsch, ohne zu überlegen was IHM wohl gefallen könnte... 

Herausforderung angenommen!


So steht er nun also da. Der Mann.

Es soll ein normales „Kaffee trinken“ sein. Am liebsten würde ich nach 10 Minuten wieder aufstehen... Wisst ihr, wie anstrengend es sein kann, zuzuhören?!

Nach qualvollen 10 Minuten voller „Oh mein Gott, wie komm ich hier raus?“-Gedanken in allen Variationen, habe ich ein ganz altes Muster in mir entdeckt:

Ich nicke und höre zu... Ja! Und interessiert lächeln tu ich auch... 

Warum tu ich das!?

Wen, um Himmels Willen, will ich beeindrucken?

Muss ich überhaupt jemanden beeindrucken?


So drehe ich den Spiess um und fange an kritische Fragen zu stellen, um meine Ansichten über das Thema zu erläutern und „Tattaaa“... 

Sechs interessante Stunden später
und ein Abendessen im Bauch verabschieden wir uns.

Geflirtet haben wir, glaub, auch!?

Ich weiss es ehrlich nicht genau.

Ich will nicht fragen, ob wir nun flirten. Das würde keinen Sinn ergeben und der ganze prickelnde Zauber wäre ja dahin. Es gab auch keine Gelegenheit, es heraus zu finden, was auch voll in Ordnung ist.



Aber dann ist da noch der Weltverbesserer-Typ. Top engagiert im Retten der Welt, aber leider bin ich nicht seine Mutter.... No Comment.


Tja, und nun kommt ER.

Von Anfang an weiss ich, dass er mehr will. Was mir auf einmal eher unangenehm ist, da ich ja keine Beziehung will. Ich muss lange überlegen, was in diesem Fall zu tun ist. Schliesslich will ich ja auch niemanden verletzen.

So kommt mir mein Codex wieder in den Sinn „Sei höflich und ehrlich“ 

Ich denke nach. Er ist interessant, er gefällt mir und ich sage ihm das.

Abenteuer und Sex, sehr gerne! Mehr aber nicht!
Und was soll ich sagen: das hat echt geklappt...!


Das nächste Treffen verunsichert mich dann aber doch ein wenig.

Er besucht mich. Er kocht für mich in MEINER Küche. Ich darf einfach nur da sitzen und Wein trinken. Er fragt mich nicht über meinen Job aus oder über sonst irgendwelche langweiligen Dinge. Er erzählt, was er da kocht. Es ist als ob wir das immer so machen. Ab und zu küsst er mich und findet mich schön. 

Einfach so?


Dass wir kaum essen können, will ich hier nun nicht erläutern. Aber ja, der „natürliche Akt der Verschmelzung“ funktioniert auch.

Über Nacht bleiben kann er nicht, so sagt er, da es dann zu intim wird. Er will ja schliesslich meine „Ich will keine Beziehung“-Phase respektieren. Der letzte Satz bevor er geht, bringt mich zum nachdenken: "Du bist einfach Frau rundum Frau!"

"Du bist einfach rundum Frau!"

Ich bin eine Frau! Ok. Aber was bedeutet Frau-Sein überhaupt?!


Zwei Wochen später steht er vor meiner Türe und holt mich ab für eine Motorrad-Tour. Ich hab das noch nie gemacht. Oh mein Gott, hab ich Schiss!!!!

Mutig setz ich mich, nach einer kleinen Instruktion, auf diesen Feuerstuhl und bete zu den Motorrad-Göttern. Normalerweise bin ICH der Fahrer (mit dem Auto und auf der wilden Fahrt meines Lebens)!

Nun heisst es völlig ausgeliefert zu sein. Kontrolle abgeben, loslassen, vertrauen....

Einen Arm um ihn und die andere Hand am Motorrad, schmiege ich mich mehr und mehr an seinen Rücken. Es ist wie beim Tanzen. Das Gegenüber fühlen, wahrnehmen, loslassen. Genau das ist der Punkt. 

Ich kann meine Kontrolle abgeben und einfach loslassen!

Das fühlt sich sooo Frau an...

Wir essen lecker unterwegs, fahren weiter, trinken Kaffee, fahren weiter. Ich will unterwegs gar nicht über mich erzählen oder grosse Fragen stellen und Antworten erhalten. Nein, ich will einfach da sein, wo ich gerade bin.

Wir suchen eine Unterkunft zum Übernachten. Ich mache wie gewohnt meine Yogapraxis und meine Badezimmer-Privatsphäre wird Gentleman-like eingehalten. Alles hat Platz...

Beim Abendessen wird erzählt und gelacht und er ist über gewisse Geschichten aus vergangener Zeit immer noch sichtlich berührt. Was mich beeindruckt und mir nicht peinlich erscheint. 

Ich will mich nicht dem inneren Gefühl hingeben, etwas wahnsinnig Tolles oder Tröstendes sagen zu müssen, wie so oft.

Nein ich halte meine Klappe und küsse ihn auf die Stirn und merke: da trifft mich wieder meine innere Frau. Geborgenheit geben auf eine Weise, dass der andere sie annehmen kann.

Auf der Rückreise am nächsten Tag halten wir noch kurz an einem See. Wir wissen es ja alle (die Leute, die mich kennen): ich muss einfach in den See springen. Kein Tuch dabei, nur meinen Bikini.

Ohne zu überlegen ziehe ich mich um. Wie immer. Ob links und rechts von mir die Menschen schauen, weiss ich nicht. Aber ER schaut mich an und lacht, weil ich bin wie ich bin und ich merke das ich keine Scham habe, so zu sein wie mich Gott erschaffen hat.

Hallo Frau!


So fahren wir in Richtung Heimat und er setzt mich wohlbehalten vor meiner Tür ab.

Ich schaue ihn an, wie er neben seiner Maschine steht. Jeans. Motorradjacke. Bepackt mit Oberarmmuskeln, die so gross sind wie meine Oberschenkel. Kinnbart.

ER, der 1.92-Meter-MANN, lächelt und bedankt sich bei MIR. 
Ich sage nichts und lächle einfach nur zurück.

Ich merke wie gerne ich eine Frau bin, wenn ich sie zulasse. 

Ja, ich mag sie.

Und sie bringt mich zu vielen wunderbaren Abenteuern. Sie lässt mich Dinge erfahren, die ich mir bis jetzt nur gewünscht, aber nie erlebt habe. Sie ist stark und mutig und auf lustige Weise, sich selbst treu!


Nun stellt sich bei Frau eine entscheidende Frage:

Soll sie sich von nun an fragen, was ein Mann alles können soll oder nur schauen, bei welchem Mann sie einfach Frau sein kann?

Mit lieben Grüssen vom Leben,
Eure Stella K.



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Über Stella K.

Stella K. Author
Geboren auf diesem Planeten, aufgewachsen mitten im Leben. Sie schreibt, wenn sie Lust dazu hat. Stellas Texte sind aus dem Leben gegriffene Geschichten, die sich mit den Tücken und Freuden des Alltäglichen beschäftigen und damit, was es bedeutet, in der heutigen Zeit, wirklich Frau zu sein.


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