Tipps für einen Bewussten Verzicht​
So kannst du deine Fastenzeit gestalten

Smoothie & Yogamatte zur Fastenzeit
11. Februar 2018

Am kommenden Mittwoch (Aschermittwoch), 14. Februar 2018 startet die diesjährige 40-tägige Fastenzeit, die bis zum Karfreitag andauert. Traditionell gibt es Phasen des Fastens in allen Religionen. Im Christentum geht es v.a. darum, durch den bewussten Verzicht auf die Nahrungsaufnahme, den Fokus vom ständigen Nehmen mehr aufs Geben zu legen. Darüberhinaus soll das Fasten auch einer Busse gleichkommen und es uns ermöglichen, uns zurückzubesinnen aufs Wesentliche.

Anders als im Christentum mit dem Blick auf die Busse, geht es beispielsweise im Buddhismus beim Fasten vor allem darum, innerlich rein zu werden und im Inneren Frieden mit sich und der Welt zu schliessen.

Aber egal, ob wir aus religiösen oder spirituellen Gründen fasten oder um unserem Körper und Geist einfach mal eine Pause zu gönnen... der bewusste Verzicht gibt uns immer die Möglichkeit, festgefahrene Gewohnheiten zu überprüfen. Durch das Verzichten auf gewisse Nahrungs- oder Genussmittel, aber auch auf Verhaltensweisen oder Dinge, lernen wir, das, was wir haben, wieder mehr wertzuschätzen und finden mehr Klarheit.


Das Nahrungsfasten eignet sich nicht für alle und solltest du dich dafür entscheiden, auf die Nahrungsaufnahme zu verzichten, solltest du dies vorher mit einem Arzt abklären.

Wie du aber auf jeden Fall trotzdem für dich den bewussten Verzicht üben und darüber mehr Klarheit in deinem Leben finden kannst, kannst du hier nachlesen.

tipps für deine fastenzeit

Verzichte auf eines oder mehrere der folgenden Dinge oder Verhaltensweisen

  • Nahrungs- und Genussmittel (z.B. Alkohol, Süssigkeiten & Zucker, Kaffee, Fleisch oder generell tierische Produkte, Milchprodukte, Weizen, Fertigprodukte, Zigaretten o.ä.)
    Beim bewussten Verzicht auf gewisse Nahrungs- oder Genussmittel geht es darum, dich von (unbewussten) Abhängigkeiten zu lösen. Wir leben in einer Zeit, in der alles im Überfluss vorhanden ist. Das ganze Jahr über können wir mehr oder weniger alle Produkte kaufen. Dadurch verlieren wir den Bezug zu den Zyklen der Natur und schätzen das, was wir haben, weniger. Durch den Verzicht auf gewisse Zusätze gönnen wir ausserdem unserem Verdauungsapparat eine Pause oder Entlastung, reinigen unseren Körper und unsere Geschmacksknospen wachen wieder auf.

  • Plastik oder generell Müll (Stichwort: Zero Waste)
    So, wie in den Supermärkten ein Überangebot an Nahrungsmitteln vorhanden ist, hat auch ein Zuviel an Plastikverpackungen Einzug gehalten. Das geht so weit, dass wir von Früchten die natürliche Schale entfernen, nur um sie dann in Plastik verpackt im Supermarkt in den Regalen zu finden. Achte daher doch die nächsten Wochen bewusst darauf, dass du so wenig Müll wie möglich produzierst oder kauf direkt in sog. Zero-Waste-Supermärkten ein. Dort kannst du deine eigenen Gefässe mitbringen und alles in deinen wiedernutzbaren Containern einkaufen. 

  • Stromverbrauch
    Ebenso, wie du deine Müllmenge der Umwelt zuliebe überwachen kannst, kannst du auch deinen Stromverbrauch in den nächsten Wochen bewusst reduzieren. Werde dir klarer darüber, wo du vielleicht Lichter überflüssigerweise brennen lässt oder wo du sonst Möglichkeiten siehst, den Stromverbrauch zu reduzieren. Und das Beste: auch dein Geldbeutel wird es dir danken!

  • Auto
    Vielleicht magst du während der Fastenzeit bewusst aufs Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und stattdessen aufs Auto verzichten. 

  • Internet, Fernsehen, Radio, Handy und Soziale Medien
    Ebenso wie der Überfluss an Nahrung sind wir auch beeinflusst von einem Zuviel an Informationen. Entscheide dich doch bewusst für ein Internet- oder Social Media Detox und reduziere die Zeit, die du im Internet verbringst auf ein Minimum oder sogar vollständig auf Null. Du wirst erstaunt sein, wie viel Zeit du plötzlich für andere Dinge hast!
     
  • Shopping Touren & Konsum
    Verzichte doch während der kommenden Wochen bewusst auf überflüssige Shopping-Touren durch die Läden oder auch im Internet und werde dir klarer darüber, was du wirklich brauchst im Leben und was vielleicht einfach nur eine Ersatzbefriedigung für etwas anderes in deinem Leben ist. Wenn das Shoppen dazu dient, dir etwas zu gönnen und etwas Gutes zu tun, finde neue Möglichkeiten dich aufzutanken, z.B. durch eine Massage, ein heisses Bad oder Zeit mit Freunden. 

  • Rechthaben
    Vielfach geht in Auseinandersetzungen mit unseren Mitmenschen unser Ego mit uns durch. Anstatt die Verbundenheit in den Mittelpunkt zu rücken und zu schauen, wie wir zurück zu einem harmonischen Miteinander finden, geht es uns vielfach ums Rechthaben. Daher kann es auch eine tolle Möglichkeit sein, die Fastenzeit dazu zu nutzen, nicht mehr Recht haben zu wollen, sondern immer zu schauen, wie du eine liebende Verbindung aufrecht halten kannst... damit gewinnst du viel mehr, als wenn du immer nur Recht hast!

  • Negative Gedanken / Lästern / Meckern & Aufregen / Schlechte Laune
    Leg doch während der nächsten knapp 7 Wochen bewusst eine Fastenzeit gegen negative Gedanken, gegen Lästern, gegen Meckern & Aufregen oder schlechte Laune ein. Durch viele negative Gedanken bleibst du gefangen in einer pessimistischen Weltsicht und bekommst das Negative dann auch immer im Aussen bestätigt. Nutz stattdessen die Fastenzeit, um dir mehr positive Denkmuster anzueignen und entspannter und gelassener durch den Alltag zu gehen.

  • Erwartungen
    Eine weitere Fastenidee ist der Verzicht auf Erwartungen. Egal, ob es sich um erwartete Ergebnisse deiner Arbeit handelt oder Erwartungen, die du an dich oder deine Mitmenschen stellst. Wie wäre es, all diesen Erwartungsdruck mal gehen zu lassen und einfach offen zu bleiben für was auch immer kommen mag...


Entrümple einen oder mehrere der folgenden Bereiche und schaffe Platz

  • Wohnung
  • Kleiderschrank
  • Küchenschränke
  • Festplatte auf dem Computer
  • Fotos auf dem Handy oder der Kamera
  • Beziehungen


Initiative der evangelischen Kirche: "7 Wochen ohne Kneifen... Zeig dich"

"7 Wochen ohne" ist eine Aktion, die die evangelische Kirche vor 30 Jahren ins Leben gerufen hat und dafür während der Fastenzeit jedes Jahr ein anderes Thema in den Mittelpunkt rückt. Im Jahr 2018 geht es um "Sieben Wochen ohne Kneifen... Zeig dich". 

Da ich die Idee und das Thema ansich gut und passend finde, habe ich mir erlaubt, die wöchentlichen Unterthemen für diesen Beitrag zu "entchristlichen" und für eine generelle Spiritualität zu verallgemeinern.

  • Woche 1 - Das höchste Bewusstsein zeigt sich ​
  • Woche 2 - Zeig dein Mitgefühl ​
  • Woche 3 - Zeig deine Liebe ​
  • Woche 4 - Zeig deine Fehlbarkeit ​
  • Woche 5 - Zeig deine Hoffnung ​
  • Woche 6 - Zeig, wofür du stehst ​
  • Woche 7 - Zeig dein authentisches Selbst

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Über Britta Kimpel

Britta Kimpel Administrator
Britta ist Psychologin, Coach für mehr Erfüllung im Leben & Business, sowie Yoga- und Embodimentlehrerin. Ihre Arbeit richtet sich an Menschen, die eigentlich schon alles haben, und sich trotzdem manchmal innerlich leer fühlen. Mit verschiedenen Angeboten (Coaching, Online-Kurse, Podcast, uvm.) unterstützt sie sie dabei, genau das wieder zu finden, was ihnen fehlt: die Verbindung zu sich selbst! So können sie dann ein wirklich erfülltes und zufriedenes Leben im Einklang mit ihrer Seele gestalten.

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