TLUN Podcast #007: Holding Space - Wie du besser für dich und Andere da sein kannst

20. Februar 2018

Holding Space ist die Fähigkeit, präsent zu sein und sich und anderen Raum zu geben. Raum, sich zu entwickeln. Raum, sich auszudrücken. Raum, authentisch zu sein. Im Alltag sind wir jedoch zu oft zu selbstbezogen, um Anderen den Raum zu geben, den sie gerade benötigen. Das kann sein, weil wir nie gelernt haben, richtig zuzuhören oder auch, weil wir nie gelernt haben, mit starken Emotionen umzugehen. 


In dieser Episode geht es um folgende Themen

  • Erklärung des Begriffs des Space Holdings
  • Warum oder wozu ist Space Holding gut?
  • ​In welchen Situationen können wir Space Holder sein?
  • ​Was sind die Voraussetzungen für gutes Space Holding?
  • Wie kannst du deine eigenen Fähigkeit des Space Holdings weiter ausbauen und verbessern?

Hast du genug davon, deine Gefühle zu unterdrücken? Oder deinen Träumen keinen Raum zu geben? Dann hör jetzt den Podcast: "Holding Space: Wie du deine Fähigkeit verbesserst, für dich und Andere da zu sein"

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#007 - Holding Space

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Detailübersicht der Inhalte

00:00:00 - Intro
00:00:40 - Inhaltsübersicht​​​​
00:01:51 - Was ist Space Holding
00:02:56 - Wie steht es ums Space Holding in unserem Alltag
00:07:39 - Was passiert, wenn wir unseren Gefühlen nie Raum geben?
00:18:02 - Was kann Space Holding bewirken?
00:21:58 - Für was alles kann ich Space Holder sein?
00:24:49 - Voraussetzungen für Space Holding
00:34:36 - Zusammenfassung & Handlungsempfehlungen für dich
00:37:58 - Abschluss

Zusammenfassung der Episode

Was ist Space Holding?

Unter Space Holding verstehen wir die Fähigkeit, einen Raum halten oder kreieren zu können - energetisch gesehen - in dem Dinge einfach entstehen können. In dem einfach alles Platz hat. Das können sog. "negative Gefühle" sein, das können positive Gefühle sein, das können Menschen oder auch Situationen sein.

Wenn wir uns in unserem Alltag umschauen, dann ist es häufig so, dass wir ganz selten uns oder Anderen den Raum geben, den wir vielleicht in dem Moment brauchen oder den eben Andere brauchen, um eigene Prozesse durchzumachen.

Im Space Holding jedoch entsteht ein geschützter Raum oder eine energetische Blase, in der einfach alles sein darf, in dem wir nichts unterdrücken, in dem wir nichts wegdrücken, indem wir alles erlauben. Es dürfen Ideen aufkommen und entwickelt werden, es dürfen Gefühle aufkommen und ausgelebt werden. Alles ist einfach willkommen und bekommt den Raum, sich auszudrücken. 

Ganz wichtig ist dabei, dass der Space Holder dabei liebevoll, wertschätzend und auch geschehen-lassend ist. D.h. es geht auch hier überhaupt nicht ums Tun. Es gibt nichts was der Space Holder aktiv machen müsste, sondern es geht wirklich darum einfach Prozesse zu erlauben und geschehen zu lassen.

Space Holding ist dann einfach dafür da, den Rahmen zu stecken und eben dieses Gefühl von Sicherheit zu kreieren, dass das, was ich ausdrücken will, sich ausdrücken kann und darf.


Space Holding in der Realität

Wir verspüren Unbehagen im Umgang mit Gefühlen

In unserer Gesellschaft sind wir meistens nicht unbedingt die besten Space Holder. Wir sind grundsätzlich eine eher vergnügungssüchtige Gesellschaft. In der Regel versuchen wir alles von uns zu schieben, zu verneinen oder zu verdrängen, was uns unschön oder unangenehm erscheint, bedrückend oder beklemmend. All diese Dinge wollen wir nicht hören, weil es in uns Unbehagen auslöst.

Wenn jetzt jemand in unserer Nähe einen emotionalen Ausbruch hat oder extrem traurig ist oder extrem wütend, dann versuchen wir das zu unterbinden. Entweder indem, dass wir einfach weggehen, dass wir zu machen oder indem, dass wir der Person erzählen, das ihr Verhalten oder eben emotionaler Ausbruch, unangemessen und fehl am Platz sei. Oder wir tun alles mit gut gemeinten Ratschlägen ab und erzählen der anderen Person, dass es sicher bald besser wird und schon gut kommt etc.

Dieses Verhalten können wir schon in der Kindererziehung beobachten. Wenn ein Kind hinfällt und sich vielleicht das Knie aufschlägt und weint, dann kommen ganz schnell wir Erwachsenen an und erzählen im Kind "Hat doch gar nicht weh getan" oder "Ist doch gar nicht so schlimm". Vielleicht pusten wir vielleicht dreimal drüber und sagen dann, dass jetzt alles wieder gut ist.

So lernt das Kind aber schon ganz früh, dass die eigenen Gefühle oder dieser Gefühlsausdruck von Schmerz oder Traurigkeit unerwünscht sind... und dass man Gefühle lieber nicht zeigt.

Wir Erwachsenen aber verhalten uns aus unserem eigenen Unbehagen heraus so. Vielleicht ist es unangenehm, wenn das Kind auf dem Spielplatz laut schreit, weil: "Was sollen denn die Anderen denken?". Oder vielleicht können wir selber das Geschrei einfach nicht ertragen, weil wir gerade andere Sachen im Kopf haben und genervt davon sind und einfach unsere Ruhe haben wollen.

Das heisst: aufgrund unseres eigenen Unbehagens als Erwachsene, geben wir dem Kind nicht den Raum, den es bräuchte, um seine Gefühle zu zeigen und auszuleben und sie loszulassen. Es ist so, dass alles, was wir wegdrücken oder unterdrücken, im Energiesystem weiterhin wirkt. Bei allem, was wir wegdrücken, da wächst einfach nur der Druck, mit dem das Thema versucht an die Oberfläche zu kommen. Das Thema speichert sich im Energiesystem und manifestiert sich dort zunächst als energetische Blockade... und irgendwann, wenn wir gewisse Themen vielleicht immer weggedrückt haben und ihnen nie den Raum gegeben haben, sich auszudrücken, dann kommen sie vielleicht mal irgendwann als Krankheiten oder als Verletzungen wieder zutage.


Wir haben eine "Fixer"-Mentalität

Eine weitere Facette in unserer Gesellschaft, die konträr ist zum Space Holding, ist, dass wir immer für alles sofort Lösungen suchen müssen. Ich nenne das gern "Fixer-Mentalität" oder "Fixing-Mentalität" (vom Englischen "to fix": etwas in Ordnung bringen oder reparieren).

Wir suchen Lösungen für die Auslöser von Gefühlen, da wir - wie bereits gesehen - nicht mit den Gefühlen umgehen können. In unserem Bestreben, das Problem zu beheben, liegt die Hoffnung, dass dann die unangenehmen Gefühle auch aufhören.  ​

Space Holding hingegen wäre es, den Gefühlen einfach Raum zu geben, sich auszudrücken und sich durch das Ausdrücken dann aufzulösen.


Wir hören nicht richtig zu

Wir hören nicht richtig zu und wir sind nur auf uns selber fixiert oder fokussiert. Wir kennen vermutlich alle die folgende Person: wir erzählen etwas Persönliches über uns. Die entsprechende Person hat das zu hundert Prozent alles auch schon erlebt. Wenn bei uns etwas schlimm ist, dann ist es bei der Person noch viel schlimmer. Wenn wir krank sind, ist die Person noch viel kränker. Und falls sie dann mal irgendwas doch noch nicht selbst erlebt hat, dann kennt sie den Nachbarn, der Schwester des Partners... der hat das dann sicher auch gerade durchgemacht und eben: bei ihm war's viel schlimmer!

In so einem Modus hören wir zu um zu reden... nicht um da zu sein. Wir hören ein Trigger-Wort im Gesagten des Anderen, z.B. krank... und schon springt unser Geist und überlegt, was wir zu dem Wort schon selbst alles erlebt haben... dann können wir es kaum noch erwarten, bis die andere Person endlich still ist, so dass wir selbst unsere Bühne bekommen und unsere Geschichte erzählen können.

Space Holding wäre es, bei der Person zu bleiben - ohne uns dabei selbst zu verlieren. Für die Person da zu sein. Zwischentöne im Gesagten zu hören und auf Sorgen, Ängste oder Gedanken mitfühlend einzugehen.


Und es sei gesagt: Space Holding gilt natürlich auch für alles Schöne. Auch hier können wir - mit mangelhaften Space Holding vieles kaputt machen und anderen innerhalb einer Sekunde die Freude an ihren Themen nehmen!


Wozu ist Space Holding gut

Heilung

Space Holding gibt der ganzen Palette an Gefühlen die Erlaubnis, zu sein. Das heisst, dass auch unsere Schattenseiten ihren Raum bekommen und wir sie nicht mehr länger verstecken müssen. Und das wiederum hilft uns, all unsere Anteile zu integrieren und liebevoll anzunehmen... was extrem heilsam ist!

Perspektivwechsel

Häufig sind wir so damit beschäftigt, gewisse Themen zu unterdrücken, dass wir vielleicht gar nicht merken, was das Thema uns eigentlich sagen will. Sobald wir einem Thema aber mal Raum geben und wir es wirklich anschauen, gewinnen wir häufig überraschende Erkenntnisse und ein Perspektivwechsel stellt sichein.

Selbst-Verantwortung

Wenn andere nicht mehr für uns Lösungen suchen und für uns aktiv werden, sondern stattdessen "nur" für uns da sind, zwingt uns dass, unsere eigenen Lösungen zu entwickeln. Wir können uns nicht mehr länger auf das Tun der Anderen verlassen und müssen selbst die Verantwortung übernehmen.


Für was alles können wir Space Holding betreiben?

  • Gefühle - egal ob positiv oder sog. negativ
  • für uns selbst und Andere
  • für Ideen & Projekte
  • für Situationen 
  • für unsere Träume & Visionen
  • und vieles mehr...


Empfehlungen, um die Fähigkeit des Space Holdings zu verbessern und auszubauen

Selbst-Fürsorge: Kümmere dich gut um dich selbst

  • Finde etwas, das dich auftankt und mach diese Aktivität dann zur Priorität: Yoga, Meditation, Natur etc
  • Gönn dir regelmässig Behandlungen & energetische Körperarbeit, um bisher unterdrückte Themen aus dem Energiesystem zu lösen und die Chance zu haben, ihnen JETZT den Raum zu geben, den sie bisher noch nicht bekommen konnten
  • Such dir Unterstützung für ungelöste Themen
  • Üb dich in Präsenz, um klar zu erkennen, was du brauchst und wo deine Grenzen sind, so dass du im Space Holding nie mehr gibst, als zu zu geben hast

Beobachte deine Art, zuzuhören

  • Mach es dir zur Praxis, zuzuhören um für die andere Person da zu sein, nicht um selbst reden zu können

Beobachte, ob du eine "Fixing-Mentalität" hast

  • Anstatt Lösungen anzubieten oder Tipps zu geben, stell lieber Fragen, so dass die andere Person für sich selbst Lösungen finden kann


Wenn dir die Episode gefallen hat, diskutiere im Kommentarfeld unter dem Beitrag mit.

Lass mich wissen, was dich inspiriert hat und was du aus dieser Episode mitnimmst.

Welche Erfahrungen hast du in deinem Leben bereits mit Space Holding machen können?

Wer waren oder sind die Space Holder in deinem Leben? Was zeichnet sie aus?

Wie kannst du die Tipps für ein besseres Space Holding für dich umsetzen?


Ich freu mich auf einen spannenden Austausch und auf unsere gemeinsame Reise zum wahren Selbst!

Deine Britta Kimpel

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Über Britta Kimpel

Britta Kimpel Administrator
Britta ist die Gründerin von tiefer, langsamer & näher. Die Vision der Psychologin, Yogalehrerin & Coach ist es, dass wir uns von unserer höher-schneller-weiter-Mentalität verabschieden und stattdessen wieder mehr Tiefe & Lebenssinn finden, langsamer & achtsamer werden und uns selbst wieder näher kommen.


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  • Werner sagt:

    Hallo Britta und wer sonst noch dabei ist

    ich bin noch sehr neu in der runde und habe dennoch viele ansätze gehört für den besseren umgang mit mir und meinen gefühlen, meinem tieferen ich
    zu diesem podcast hatte ich am anfang gar keinen zugang, dass sich aber schnell veränderte britta hat eine verständliche art in sich um mich leicht verständlich in den tieferen sinn des nutzen daraus heranzuführen tatsächlich habe ich schon oft vielen mitmenschen den raum gegeben um ihm interessiert zu zuhören um dann noch tiefer in das hineinzugehen was ihn bewegt dabei konnte ich öfters heraus hören was ihre/seine versteckten beweggründe für gewisse meinungen oder probleme waren

    nun werde ich aber endlich anfangen mir selbst mehr raum zu geben um auch mir endlich mal zu zuhören mir die zeit und die mögliche tiefe zu zulassen was mich beschäftigt oder warum ich seit jahren gewisse empfindungen oder beschwerden verspüre ohne bisher geahnt zu haben welch tieferen muster oder ursachen dahinter verborgen sein können ich freue mich darauf auch mal etwas für mich selbst zu tun

    Insgesamt freue ich mich die vielen hervoragenden Möglichkeiten von Britta nach und nach kennen zu lernen und vielleicht meinem leben endlich den notwendigen gleichmut und eine ausgeglichene seele den raum zu geben um so eine angenehme lebensqualität zu finden

    liebe grüße an euch alle, Werner

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