Die besten Rituale für Körper, Geist & Seele

Klangschalen und Räucherwerk
18. März 2018

Ich liebe Rituale. Und ich liebe es, meinen Tag mit verschiedenen Ritualen zu beginnen. Über die Jahre hab ich diesbezüglich ganz viel ausprobiert. Rituale jeden Morgen. Rituale jeden Abend. Monatliche Rituale. Rituale für Zwischendurch.

Normal bleibe ich immer mehrere Monate bei einer bestimmten Praxis, um zu schauen, welchen Einfluss sie auf mich und mein Leben hat. Nach einigen Monaten nimm ich mir dann die Freiheit, die Praxis für mich anzupassen oder mit anderen Techniken zu mischen und zu kombinieren.

Hier möchte ich dir gern meine liebsten Rituale für Körper, Geist & Seele mit einem persönlichen Fazit vorstellen.


Meine Lieblingsrituale

Morgenseiten - Eine Art Schreibmeditation nach Julia Cameron

Julia Cameron beschreibt in ihrem Buch "Der Weg des Künstlers" *) mit den Morgenseiten (Morning Pages) eine Methode - eigentlich zur Steigerung der Kreativität. Über die Jahre wurde sie aber von verschiedenen Gruppen übernommen. Bei der Technik geht es darum, jeden Morgen - unmittelbar nach dem Aufwachen - drei DIN A4 Seiten zu schreiben. So schnell wie möglich, ohne jemals anzuhalten oder das Schreiben zu unterbrechen, ohne darüber nachzudenken, was du schreibst und ohne irgendetwas zu zensieren.

Diese Art zu schreiben wird manchmal auch als Bewusstseinsstrom-Schreiben bezeichnet und wir öffnen damit die Eingangstür zu unserem Unterbewussten. Wenn wir es schaffen, den Kopf auszuschalten und den Stift einfach nur so übers Papier gleiten lassen, kommen Botschaften aufs Blatt, zu denen wir bewusst keinen Zugang gehabt hätten. Das hilft uns einerseits dabei, unterbewusste und damit z.T. blockierende Einflüsse aus unserem System herauszureinigen - ausserdem schafft es Klarheit und fördert die Kreativität.


Mein Fazit

Ich bin irgendwann auf drei DIN A5 Seiten umgestiegen, sonst wäre ich sicherlich 40 Minuten am Schreiben gewesen und das war für meine Hand, die das Handschreiben gar nicht mehr gewohnt ist, doch sehr anstrengend. Aber auch mit drei DIN A5 Seiten fand ich es noch erstaunlich, was alles zu Tage kam. Ich konnte das morgendliche Schreiben wirklich wie eine Art "gedanklichen Mülleimer" benutzen und alles rauslassen, was noch irgendwo im Unterbewusstsein herumgelungert hat.

Die ersten Wochen kam mehr oder weniger wirklich nur oberflächlicher Mist... und manchmal war es erstaunlich, was der Stift aufs Papier gebracht hat... er war immer gnadenlos ehrlich, während der Kopf gedanklich alles zensieren wollte. Manchmal dachte mein Kopf eine politisch korrekte Aussage, während mein Stift aber ganz anderer Meinung war. Und das war dann sehr heilsam, den Gedanken, den ich mir nicht erlauben wollte, doch einfach mal zu Papier zu bringen. 

Letztlich wird das Schreiben der Morgenseiten damit auch zu einer Art Schattenarbeit, bei der wir die unterdrückten Stimmen aus dem Unterbewusstsein mal sprechen lassen.

Nach einigen Wochen konnte ich merken, wie mehr Klarheit aufkam und ich nicht mehr so viele Dinge aus dem Unterbewusstsein verarbeiten musste, sondern mehr aufs Jetzt oder meine Zukunftspläne fokussieren konnte. Da kamen dann wirklich ein paar tolle Ideen und Visionen auf!

Alles in allem zwar recht zeitaufwändig, aber eine wirklich tolle Praxis, die ich jedem empfehlen kann. 

Inzwischen schreib ich nicht mehr regelmässig jeden Tag meine Morgenseiten, sondern hab eher immer mal wieder Phasen von ein paar Wochen pro Jahr, wo ich mir diese Praxis wieder hernehme.



Meditation & Kontemplation

Meditation ist meine Hauptpraxis und ich habe schon mit allen möglichen Meditationsformen herumexperimentiert und verschiedenes ausprobiert. Hier sind dir wirklich keine Grenzen gesetzt! Für mich ist es einfach wichtig, jeden Tag eine gewisse Zeit in Stille zu verbringen - selbst wenn es in meinem Kopf dabei hin und wieder auch mal sehr unruhig zu- und hergeht. Für mich bringt die Meditation immer Klarheit und ich kann mich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen.

Dass der Kopf dabei vollkommen leer werden soll, gilt für mich nicht unbedingt - zumindest nicht beim Einstieg in eine regelmässige Meditationspraxis. Da kommen wir vielleicht irgendwann mal hin, aber am Anfang geht es eher darum, den Geist zu trainieren, mehr und mehr fokussiert zu bleiben.

Das können wir in einer geführten Meditation üben, indem wir den Instruktionen folgen - oder aber auch in stiller Meditation, indem wir uns selbst einen sog. Konzentrationsanker setzen, zu dem wir immer zurückkehren, wenn die Gedanken abschweifen.

Als Konzentrationsanker eignen sich z.B. die Beobachtung der Atmung, ein kurzes Mantra oder die neugierige Wahrnehmung eines bestimmten Körperbereichs. Aber auch hier sind dir keine Grenzen gesetzt und du kannst alles in den Fokus deiner Aufmerksamkeit rücken und immer wieder dorthin zurückkommen, wenn du gedanklich abwanderst.

Hier ein paar Vorschläge für deine tägliche Meditations- oder Kontemplationspraxis

  • Tägliche Kontemplation am Morgen: eine geführte Meditation bzw. Kontemplation mit verschiedenen Phasen: Verbindung, Mitgefühl, Dankbarkeit, Vergebung und Visualisation des heutigen Tages / Setzen einer Intention
  • Gespräch mit deiner Seele: ein geführter Selbst-Coaching-Prozess mit Phasen der Meditation und Phasen des Schreibens, bei dem es darum geht, herauszufinden, was du wirklich willst im Leben und ob du auf dem richtigen Weg bist
  • Meditation für mehr Fülle im Herz: eine geführte Meditation, bei der es darum geht, unmittelbar in ein Gefühl von Fülle und Glücklichsein einzutauchen - unabhängig von der äusseren Zielerreichung. Mehr zu dieser Thematik findest du auch in meinem Podcast über das Glücklichsein
  • Eine Intention für den Tag oder die Zukunft setzen: hierbei geht es darum, dir ganz bewusst Ziele oder Intentionen zu setzen über den bevorstehenden Tag oder die Zukunft. Wenn du z.B. weisst, dass du an diesem Tag ein herausforderndes Gespräch vor dir hast, kannst du das Gespräch im Vorfeld visualisieren und dir vornehmen, wie du dich im Gespräch verhalten und was du erreichen willst.
  • Atembeobachtung: hierbei geht es darum, den natürlichen Atem frei von jeglicher Bewertung einfach nur neugierig zu beobachten. Wie tief sind die Atemzüge? Wo in deinem Körper kannst du sie überall spüren? Wie lange dauern die Einatmung und die Ausatmung? Wie weit nach draussen fliesst die Ausatmung? usw... Der Atem dient hier als Anker, zu dem du immer wieder sanft zurückkehren kannst, wenn deine Gedanken mal abschweifen.
  • Pranayama: darunter verstehen wir die yogischen Atemtechniken, die darauf abzielen, das Energiesystem zu reinigen und zu klären. Es gibt vollkommen unterschiedliche Techniken, die jeweils einen anderen Effekt nach sich ziehen. Für mich sind die Pranayamas auch eine perfekte Vorbereitung auf die Meditation, da sie die Gedanken beruhigen und mich insgesamt erden.
    Eine Schritt-für-Schritt-Einführung in Pranayama und sog. Kriyas (Reinigungstechniken) findest du auf YogaMeHome. Wenn du dich mit dem Code "Britta" hier anmeldest, bekommst du einen Gratiszugang für 14 Tage. 

Weitere geführte Meditationen und bewegte Embodiment-Praxiseinheiten findest du hier.


Mein Fazit

Wie gesagt, Meditation ist meine Konstante in meiner Praxis. Sie kann immer mal wieder andere Formen annehmen, aber ich sitze mindestens ein Mal pro Tag und richte meine Aufmerksamkeit nach Innen.

Früher habe ich nach dem Aufstehen immer als erstes mein Handy in die Hand genommen und schon mal geschaut, was auf Facebook oder Instagram so läuft oder welche Emails über die Nacht so reingeflattert sind. Ganz häufig hat mich das dann von meiner Meditation abgehalten, weil ich irgendwas gesehen hab, von dem ich dachte, ich müsste da nun sofort reagieren... und schwupps wars vorbei mit dem guten Vorsatz, mich hinzusetzen. Oder ich sass nur kurz und das dann wie auf heissen Kohlen, weil ich ja wusste, was an Arbeit alles auf mich wartet.

Inzwischen konnte ich mir das zum Glück abgewöhnen und mein erster Weg nach dem Badezimmer führt mich am Morgen ohne Wenn und Aber auf mein Meditationskissen. Das hat sich für mich sehr bewährt. Einerseits, weil wir direkt nach dem Aufstehen ohnehin noch mehr in einem meditativen Zustand sind und ähnliche Gehirnwellen dominant sind wie in der Meditation... und andererseits, weil ich meinen Kopf noch nicht mit Belanglosigkeiten gefüttert habe, die mich dann ablenken oder von der Meditation abhalten.

Aber auch direkt vor dem Schlafengehen liebe ich es, mich einfach noch ein paar Minuten hinzusetzen, zu schauen, wofür ich dankbar bin, bereits eine Intention für den nächsten Tag zu setzen oder einfach den vergangenen Tag Revue passieren zu lassen.



20/20/20-Praxis nach Robin Sharma

Robin Sharma, der Autor von "Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte" *), schwört auf eine von ihm entwickelte Praxis, von der er sagt, dass man sie morgens zwischen 5.00 und 6.00 Uhr machen sollte. Er nennt sie die 20/20/20-Technik, weil er diese eine Stunde zwischen 5.00 und 6.00 Uhr in drei 20-minütige Zeitfenster einteilt und sich während dieser Phasen mit folgenden Dingen beschäftigt:

  • Bewegung: sich 20 Minuten bewegen und ins Schwitzen kommen
  • Ziele setzen: für 20 Minuten reflektieren, Tagebuch schreiben, Tagesziele setzen und notieren
  • Lernen: während 20 Minuten etwas Neues lernen, z. B. mit einem Buch, einem Podcast, einem Online-Kurs


Mein Fazit

Grundsätzlich finde ich das mit den drei 20-minütigen Einheiten toll! Was aber für mich nicht fehlen darf, ist die Meditation... und die muss für mich als erstes - direkt nach dem Aufstehen kommen und 20 Minuten reichen mir auch nicht. Abgesehen davon ist 5.00 Uhr morgens auch nicht wirklich meine Zeit... auch wenn ich das phasenweise mal durchziehen kann. 

Aber wie gesagt, ich finde die Idee grundsätzlich total toll und habe mir erlaubt, die Praxis für mich und meine Bedürfnisse anzupassen. Der "neue" Aspekt, der durch diese Technik in meine Morgenpraxis mit dazukam, war der Aspekt, jeden Tag etwas zu lernen.

Zwar habe ich meine Asana- oder Bewegungspraxis und meine Meditation und Kontemplation (nicht um 5.00 Uhr, sondern eben dann, wann ich aufstehe)... nun achte ich aber wirklich auch darauf, jeden Morgen - noch bevor ich dusche oder den PC anschalte, etwas für meinen Geist zu tun und für 20 Minuten Informationen aufzunehmen. 


Ein Freundschaftsritual mit "Angebereien", Dankbarkeiten & Wünsche

Diese Praxis ist eine meiner Lieblingsrituale, weil ich sie nicht nur allein mache, sondern mit einer Freundin zusammen. Die Praxis ist total simpel und funktioniert so, dass wir uns jeden Abend per Whatsapp folgende Infos schicken:

  • Angebereien: 3 Dinge, auf die wir vom vergangenen Tag stolz sind bzw. mit denen wir "angeben" wollen
  • Dankbarkeit: 3 Aspekte in unserem Leben, für die wir vom vergangenen Tag dankbar sind
  • Wünsche: 3 Sachen, die wir uns wünschen


Mein Fazit

Wie gesagt, das ist eines meiner Lieblingsrituale und wir machen das nun schon seit ca. 8 Monaten wirklich jeden Tag. Das besonders Tolle daran ist, dass wir uns gegenseitig in unseren Erfolgen feiern, dass wir immer informiert sind, was bei der Anderen gerade so läuft (auch wenn wir uns vielleicht mal nicht so viel persönlich sehen) und dass wir uns wirklich jeden Abend Gedanken darüber machen "müssen", was uns gut gelungen ist.

Normal ist es in der Gesellschaft ja so ein bisschen verpöhnt zu sagen, was wir gut machen und worauf wir stolz sind. Aber gerade das empfinde ich als so schön und auch heilsam: einfach mal zu würdigen, was ich gut kann, welche Erfolge ich erziele und worauf ich stolz bin. Anfangs habe ich immer nach besonders grossen oder tollen Errungenschaften gesucht... aber über die Zeit hab ich mehr und mehr Wertschätzung auch für die Kleinigkeiten in meinem Alltag gefunden. ​

Ss gab auch mal einen Tag, an dem ich damit angegeben hab, die Angebereien wegzulassen und mich nicht so unter einen äusseren Druck zu setzen, sondern mit dem zu gehen, was gerade für mich stimmig ist. Auf das zu hören, was ich gerade brauche oder nicht brauche, war dann eben auch eine Angeberei wert...

Auch bei den Wünschen hat sich über die Zeit eine Veränderung eingestellt. Zu Beginn waren es immer nur eigene Wünsche für mich. Was will ich haben? Was will ich erreichen? Was brauche ich um glücklich zu sein? usw. Inzwischen aber schleichen sich in die eher egoistischen Wünsche immer wieder auch Wünsche für andere mit ein und der Fokus liegt nicht mehr so sehr nur auf mir, sondern auf allen, die mir wichtig sind!

Ich weiss gar nicht mehr, wo ich diese Praxis gefunden hab... aber ich kann sie nur jedem empfehlen! Sucht euch eine Freundin oder einen Freund und startet dieses kleine Projekt! Es wird definitiv auch eure Freundschaft stärken und eine tiefere Verbindung schaffen!!!



Spiegel-Praxis bzw. Spiegelarbeit

Eine Spiegel-Praxis ist ähnlich wie das zuvor beschriebene Freundschaftsritual - einfach dass es hierzu keine zweite Person braucht, sondern du dir die postiven Gedanken über dich und deinen Tag selbst sagst - und zwar zu deinem Spiegelbild. Dabei denkst du dir diese Affirmationen nicht nur still im Kopf, sondern sprichst sie vorm Spiegel wirklich laut aus. Besonders effektiv ist es, wenn du noch deinen Namen dazu sagst.

Über die Jahre habe ich alle möglichen Varianten einer solchen Spiegelarbeit entdeckt, aber auch hier sind dir keine Grenzen gesetzt und du kannst dein eigenes Ritual entwickeln - z.B. als Kombination aus den hier genannten Vorschlägen:

  • Positive Affirmationen: z.B. "Britta, ich liebe mich" oder "Britta, ich erreiche alles, was ich mir vorgenommen habe"
  • Loslassen von Altlasten: z.B. "Britta, ich vergebe mir, dass ich..."
  • Wie das Freundschaftsritual: "Ich bin stolz auf mich, dass..." / "Ich bin dankbar dafür, dass..." und "Ich wünsche mir, dass..."
  • Intentionen: "Ich verspreche mir selbst, dass..." oder "Ich werde in Zukunft..."

Einen 21-tägigen Prozess mit der Spiegelarbeit findest du z.B. im Buch von Louise Hay "Spiegelarbeit: Heile dein Leben in 21 Tagen" *)


Mein Fazit

Ich muss gestehen, dass das keine Praxis ist, die ich regelmässig mache. Ich habe es mal eine Zeit lang ausprobiert, finde es aber nach wie vor noch etwas befremdlich.

Da ich aber das Prinzip und die Idee dahinter super finde, wollte ich diese Praxis der Vollständigkeit halber hier in diesem Artikel auch mit aufnehmen.



*) hierbei handelt es sich um Affiliate-Links zu Amazon. Wenn du das entsprechende Buch über den hier zur Verfügung gestellten Link kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, mit der ich meine vielen Gratis-Angebote weiterhin kostenlos halten kann.


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Über Britta Kimpel

Britta Kimpel Administrator
Britta ist die Gründerin von tiefer, langsamer & näher. Die Vision der Psychologin, Yogalehrerin & Coach ist es, dass wir uns von unserer höher-schneller-weiter-Mentalität verabschieden und stattdessen wieder mehr Tiefe & Lebenssinn finden, langsamer & achtsamer werden und uns selbst wieder näher kommen.


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  • Nina sagt:

    Ich habe bis jetzt erst 2 Rituale ;-). Eines ist – jeden Abend beim Zubettgehen meinen Kindern sagen, dass ich sie liebe. Das Andere – jeden Die geh ich mit einer Freundin auf den Markt um frische Lebensmittel zu kaufen. Für weitere bin ich offen und noch auf der Suche was zu mir passt, resp. mit was ich mich wohl fühle. Sei lieb gegrüsst, Nina

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